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Dies ist eine Prototyp Website für die Bonner Wandel Plattform 2.0. Unter Landwirtschaft zum Mitmachen findet ihr Ergebnisse aus dem Stadtfarm NRW Projekt. Aktuelle Infos zum Themenbereich Essbare Stadt findet ihr bis auf weiteres unter bonnimwandel.de. Mehr über die Pläne für die Wandel Plattform 2.0 findet ihr unter Über uns.

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Alternative Finanzierungssysteme

Koproduktive Formen der Landwirtschaft verstehen sich auch als Alternativen zu dem vorherrschenden Wirtschaftssystem, denn selten bekommen landwirtschaftliche und gärtnerische Unternehmen ihr nachhaltiges Handeln auch belohnt. Dementsprechend haben sich Initiativen entwickelt, die alternative Formen der Finanzierung anbieten. Diese beruhen häufig auf solidarischen Konzepten und sind weniger rendite- oder profitorientiert. Diese Formen lassen den Landwirten mehr Möglichkeiten, ihre Vorstellung von nachhaltiger Produktionsweise umzusetzen und gegebenenfalls mit innovativen Produktionskonzepten zu experimentieren.

Da Finanzberatungen gesonderten Regelungen unterliegen können hier lediglich existierende Beispiele genannt werden, ohne eine direkte Bewertung vornehmen zu können.

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Gesicht aus Gemüse auf dem Steinboden, Foto von Petra Paffrath
Gemüsegesicht, Foto von Petra Paffrath

Regionalwert AG Rheinland

Die Regionalwert AG Rheinland ist eine Bürgeraktiengesellschaft aus dem Köln-Bonner Raum, die kleine und mittlere Familienunternehmen in der Landwirtschaft und Produktion erhalten und fördern möchte. Mit der Beteiligung an der Bürgeraktiengesellschaft übernehmen Konsumenten gemeinsam Verantwortung für Anbau, Verarbeitung und Vermarktung ökologischer, regionaler Lebensmittel von Hof und Acker der beteiligten Betriebe. Sie ermöglichen mit ihrem Geld die Erzeugung von gesunden Lebensmitteln in einer geschmacklichen und biologischen Vielfalt, sie unterstützen regionale Verarbeitung und lokalen Handel. Damit sichern sie die Existenz der Partnerbetriebe, schaffen Arbeitsplätze und halten die Geldmittel in der Region. Produzenten, Händler und Verbraucher kommen auf Versammlungen, beim Einkaufen oder bei Hoffesten in Kontakt miteinander. Das schafft Vertrauen und Transparenz. Getragen von Bürgerinnen und Bürgern entsteht ein regionaler Verbund vom Acker bis zum Teller.

Die Regionalwert AG unterstützt Landwirte

  • auf der Suche nach einem Hof, wenn das nötige Eigenkapital fehlt,
  • bei der Umstellung auf Bio-Landwirtschaft, bei Investitionen in artgerechte Tierhaltung, bei der regionalen Verarbeitung oder bei der Suche nach Märkten.
  • um Darlehen oder Beteiligungen abzulösen oder landwirtschaftliche Flächen und Gebäude ökologisch zu verwalten.
  • beim Aufbau neuer Betriebszweige oder Bündelung mehrere Höfe in der Region für eine gemeinsame Käserei, Molkerei, Schlachterei, Metzgerei, Mühle oder Bäckerei.
  • bei der Suche von Hofnachfolgern,
  • mit Eigenkapital für die Hofnachfolge.

Die Regionalwert AG ist in unterschiedlichen Teilen Deutschlands aktiv. In NRW konzentriert sich die Arbeit der Regionalwert AG auf das Rheinland (Düsseldorf bis Bonn und die angrenzenden Kreise).

www.regionalwert-rheinland.de/

Genussscheine und Bürgeraktien

Genussscheine, manchmal auch fälschlicher Weise „Bürgeraktien“ genannt sind Geldanlagen, deren Rendite in Naturalien ausgezahlt werden. Auf diese Weise kann ein Betrieb eine gewisse Menge Geld für kleinere Investitionen von seinen Kunden einsammeln, ohne dazu einen Kredit bei einer Bank aufnehmen zu müssen. Stammkunden im Hofladen werden so stärker an den Betrieb gebunden und auch für die Kundinnen und Kunden ist es ein gutes Gefühl den Hof unterstützen zu können.  
Die „Kuh-Aktie“ ist strenggenommen keine Aktie sondern eine Geldanlage, deren Rendite in Naturalien ausgezahlt wird. Damit fällt sie unter die Definition eines Genussscheins. Entwickelt wurde sie auf dem Kattendorfer Hof in Schleswig Holstein. Privatleute, häufig Kunden des Hofes aus der direkten Umgebung legten dazu ihr Geld in „Kuh-Aktien“ an und hatten so die Möglichkeit, den Landwirten direkt bei der Finanzierung von Erneuerungen auf seinem Hof zu unterstützen. Diese Form der gemeinschaftlichen Finanzierung kann die Kundenbindung verstärken und eine kurzfristige Beschaffung von Finanzmitteln Unabhängig vom Finanzmarkt ermöglichen.

Kuh-Aktie: www.kattendorfer-hof.de/kattendorfer-hof/kuhaktie/

Bodenfonds

Die Bodenfonds sammeln Geld von Privatleuten und Unternehmen und kaufen damit Ackerflächen. Auf diese Weise entziehen sie so die Flächen der Spekulation, verpachten sie zu günstigen Konditionen an Landwirte und erhalten die Flächen als Teil der Kulturlandschaft. Häufig stehen solche Fonds vorwiegend ökologisch wirtschaftenden Landwirten offen.

Kulturland-Genossenschaft

Die Kulturland-Genossenschaft ist eine niedersächsische Selbsthilfeeinrichtung von Biobauern und Bürgern und wurde in Zusammenarbeit mit Landwirten, Anbauverbänden und Beratern entwickelt. Alle Landkaufprojekte entstehen aus dem sozialen Umkreis von Höfen und Initiativen.

www.kulturland.de

BioBoden Genossenschaft

Die BioBoden Genossenschaft ist ein eigenständiges landwirtschaftliches Unternehmen. Der geographische Fokus liegt auf Deutschland. In NRW gibt es 5 Standorte an denen Flächen gesichert und verpachtet wurden.

Die BioBoden Genossenschaft

  • betreibt selbst Landwirtschaft,
  • kauft Flächen auf Veranlassung von Landwirten und verpachtet sie an diese zurück,
  • kauft Betriebe (ökologisch und konventionell bewirtschaftete Betriebe) und übergibt diese in unterschiedlicher Form an Landwirte zur Bewirtschaftung und zur Umstellung,
  • erbringt Hilfestellungen für die Vermarktung der Produkte.

Die wirtschaftliche Entwicklung ist abhängig von dem Beitritt vieler Menschen zur Genossenschaft. Aus dem gezeichneten Genossenschaftskapital können sukzessive landwirtschaftliche Flächen und Betriebe erworben werden.

www.bioboden.de

Alternative Vermarktungssysteme

Koproduktive Landwirtschaftsformen haben auch eine gewisse Nähe zu alternativen Vermarktungsformen. Regionalität und ökologische Verantwortung stehen dabei sowohl für Erzeuger als auch für die Kund*innen im Vordergrund. Aufgrund vorherrschender Marktstrukturen sind regionale Produkte im Handel entweder nicht zu finden oder nicht als regionales Produkt zu identifizieren. Um einerseits die Abhängigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe vom Großhandel zu mindern und gleichzeitig regionale Produkte „mit Gesicht“ zu vermarkten haben sich alternative Vermarktungsformen herausgebildet. Wir stellen Ihnen beispielhaft einige vor:

Marktschwärmer

Marktschwärmer ist eine Online-Bestellplatform mit Marktcharakter. Sie bestellen bei regionalen Erzeugern im Online-Shop und holen sich Ihre Bestellung einmal wöchentlich an einem Ort in Ihrer Nähe ab. Das Schöne daran ist, dass Sie dort auch die Erzeuger treffen, fast wie bei einem richtigen Bauernmarkt. Allerdings kann immer nur das abgeholt werden, was vorher auch bestellt wurde.
Mittlerweile gibt es mehr als 50 solcher Abholpunkte, vielleicht auch in Ihrer Nähe? Schauen Sie doch mal nach unter:

https://marktschwaermer.de/de

Food Coop

Food Coops oder Lebensmittel Kooperativen sind Zusammenschlüsse von Menschen, die gemeinsam bei regionalen Erzeugern direkt einkaufen. Durch den Zusammenschluss ist es möglich größere Mengen einzukaufen und dadurch bessere Preise zu erzielen. Auch Verpackung kann durch den Kauf großer Gebinde (z.B. Getreidesäcke) gespart werden. Die Einkaufsgemeinschaft achtet meist auf ökologische Erzeugung und faire Arbeitsbedingungen, auch der direkte Kontakt zu den Erzeugern in der Region spielt dabei eine große Rolle. Ob es in Ihrer Nähe eine Food Coop gibt erfahren Sie hier:

https://foodcoops.de/

Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft

Eine Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft ist ein genossenschaftlicher Zusammenschluss aus regionalen Erzeuger*innen und potentiellen Kund*innen. Die Genossenschaft schließt Abnahmeverträge zu fairen existenzsichernden Preisen und betreibt genossenschaftlich verwaltete Läden, in denen alle Mitglieder der Genossenschaft vergünstigt einkaufen können.
Mehr Informationen und Adressen von erfolgreichen Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaften finden Sie hier: https://www.bzfe.de/inhalt/erzeuger-verbraucher-gemeinschaften-31080.html